Technik-Tipps
Das sieht schon gut aus, so ein "cleaner" Lenker, ohne dicke Schalterarmaturen und fingerdicke Kabelbäume die am Lenker entlang laufen. Sicherlich kann man es auf die Spitze treiben und berührungslose Schalter verwenden. Letztendlich soll das Ganze aber eben bezahlbar und - vor allem - bedienbar bleiben. Die Bandbreite ist dort sehr breit. Ich hatte lange überlegt, diverse Umbauten angeschaut, meine Bequemlichkeit und Bereitschaft für Veränderungen gegenübergestellt und hab dann irgendwann gedacht:
"Das Optimum liegt in der Mitte, kleine Schalterarmaturen, mit wenig Strom und dünne Leitungen im Lenker verlegen......das wird gehen".
Klingt zunächst einfach, leicht und schnell umzusetzen, aber weit gefehlt. Denn die Umschaltung von z.B. Abblendlicht auf Fernlicht erfolgt direkt über den Lenkerschalter und mit dünnen Leitungen wird man da nix. Relais zwischenschalten für Hupe, Licht Startknopf, Blinker und den Rest - wie Killschalter und Tankreserve?."Na....das ist viel Aufwand und kostet Platz.....Deshalb habe ich mich für schlanke Schaltereinheiten entschieden. Ich glaub diese sind von einer DT125.
Diese Schalterkombination sieht zunächst sehr billig aus, da aus Kunststoff und kein Metallgehäuse wie bei der Vmax, aber nach der Lackierung sieht es dann deutlich hochwertiger aus. Sind die Schalter zerlegt, kann man die dicken Leitungen ablöten und durch feinere Drähte ersetzen, die dann in Summe kleiner als 5 mm im Durchmesser dick werden. Das Ganze zieht ihr in einen Kunststoffschlauch, der durch den Lenker und die Riser unsichtbar verlegt werden kann. Die Riser werden mit einer 12*70mm Innensechskant mit der Gabelbrücke verschraubt, da muss allerdings die Leitung durch. Bleibt nur das Aufbohren des Schraube, das sollte auf einer Drehbank geschehen, ansonsten bleibt die Bohrung nicht mittig.
Wie bereits angesprochen, kann man mit diesen "dünnen" Leitungen keine großen Verbraucher direkt beschalten. Die Querschnitte der Leitung sind einfach zu klein und nicht für hohe Ströme ausgelegt. Schnell kommt die Idee, ein Schaltrelais, oder Autorelais einzusetzen. Klar geht das und ist sicherlich auch gemacht worden, nur hat man dann eine Relaisplatte im Fahrzeug, die viel Platz aufnimmt, störanfällig ist und zudem einen immensen Verdrahtungsaufwand verursacht. Die Alternative mit den Relais habe ich schnell verworfen und mich wieder einer elektronischen Baugruppe gewidmet. Es gibt diverse Anbieter auf dem Markt, die sogenannte Schaltboxen anbieten. Teuer erscheinen sie zunächst alle, aber man bekommt auf kleinsten Raum viele Funktionen und zudem jeden einzelnen Stromkreis elektronisch abgesichert. Da fällt der Aufwand an Verdrahtung schon deutlich geringer aus, als bei der Relais-Lösung.
Stellt euch einfach mal die Cascade an Relais vor.....
Im Vergleich dazu eine Schalt-Unit , die Größe einer Zigarettenschachtel, elektronisch gesichert und einigen, intelligenten Funktionen....und noch obenauf.....eine Alarmanlage.
Die Unit will ich nicht verkaufen oder bewerben, allerdings ist das Teil wirklich gut. Der ganze "Kram" mit Blinkerwiderstände, Rückstellungsmist ist hier über ein Controllerbaustein gemanagt. Alarmanlage.....hektisches blinken bei dem Bremsen, gedämmtes Dauerlicht auf den Blinkern, all das kann hier eingestellt werden.
Ist schon geil, die "lütte" Schachtel.....
Bevor diese Unit angeschlossen werden kann, sind diverse Arbeiten zu erledigen- und wie so oft - kommt es zu Komplikationen. Die Leitungen führt man durch die aufgebohrte Schraube dann stellt man fest, dass jetzt kein Innensechskantschlüssel mehr passt um die Riser fest an die Gabelbrücke zu schrauben.
---- Also die Schrauben fest einkleben ----
Dazu bietet sich ein 2 komponenten Kleber an, die Schrauben unter Spannung anziehen und den Kleber in den Zwischenraum laufen und aushärten lassen.
Bisher wurde alles vorbereitet, die Schrauben mit den Durchgangsbohrungen, den Schalterelementen und der Beschaltung. Übrig bleibt das Bohren des Lenkers und das natürlich an geeigneten Stellen. Zunächst müssen die Bohrpunkte für die Schalterarmaturen und die ideale Lenkerposition gefunden werden, denn wenn die Bohrungen erstmal sitzen, dann ist wenig Spiel den Winkel zu verändern. Das ist nicht nur bei den Bohrungen für die Schaltereinheiten, sondern auch für die Übergangsbohrungen zu den Risern.